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Ein unangefochtener Leader

01.10.2018

Der FC Black Stars bezwingt den FC Biel mit 2:0 (1:0).  

Die Affiche "Erster gegen Zweiter" zog mehr Zuschauer als gewohnt auf die "Blägg-Matte" an. Und diese mussten ihr Kommen nicht bereuen – der Vergleich zwischen Baslern und Seeländern bot unterhaltsame, teils sogar sehr gute Fussball-Kost.  

Von Jordi Küng  

Der FC Biel ist zwar ein Liganeuling – aber einer der besonderen Art. Der Traditionsklub, der in den 60er-Jahren zum Etablissement der nationalen Elite gehörte, ist wieder auf dem Weg „nach oben". Wohin dieser führen wird, ist noch nicht klar definiert, doch mittelfristig dürfte der Berner FCB mit seinem schmucken Stadion (Tissot Arena) mindestens in der Promotion League, eher sogar in der Challenge League spielen.

Frühe Führung war hilfreich

Aber am Samstagnachmittag trafen sie auf einen Rivalen, der ihnen in allen Belangen ebenbürtig, im Abschluss sogar überlegen war. Natürlich kam die frühe Führung durch Ola Mojo Uruejoma (20) dem Gastgeber entgegen; damit war Biel gezwungen, das Spieldiktat zu übernehmen und eher zu agieren denn zu reagieren. Doch die Black Stars sind eine gefestigte Equipe mit einem solidarischen Kollektiv, in dem jeder Spieler seinen Part voll­auf erfüllt. Nach neun Partien hat der FCBS erst fünf Gegentreffer kassiert - „davon vier aus Standards", wie Neuzuzug Simon Dünki (24) in Erinnerung ruft. Der frühere FCB-Nachwuchsspieler mit Nationalliga-Erfahrung in Wil und Wohlen bildet zusammen mit Captain Ricardo Silva ein Bollwerk in der Zentralverteidigung, das garantiert zum Allerbes­ten gehört, welches die 1. Liga zu bieten hat.

Und weil Artan Shillova zu Beginn der zweiten 45 Minuten auf 2:0 erhöhte, war Biel ge­zwungen, noch mehr Risiken einzugehen. Wohl hatte der Aufsteiger (gefühlt) mehr Ballbe­sitz, aber „Blägg" hätte bis zur 80. Minute mehrmals die Möglichkeit gehabt, das erlösen­de, dritte Tor zu erzielen. Erst ab der 85. Minute musste die Elf von Samir Tabakovic sich ein­schnüren lassen – und konnte sich auf einen ganz starken Rückhalt namens Steven Ober­le verlassen. Drei mirakulöse Paraden des Black-Torhüters verhinderten, dass die Berner zum Anschlussstor kamen, was wohl für turbulente Endminuten gesorgt hätte.

So aber kam der Basler Quartierverein stilsicher zu drei weiteren Zählern – und führt nun die Rangliste bereits mit fünf und mehr Punkten Vorsprung an. Natürlich ist damit Rang 1 nicht „zementiert" - aber die Chance, dass die „Schwarz-Sterne" diese Platzierung in den nächsten Wochen abge­ben, ist – zum Leidwesen der Konkurrenz – auch nicht allzu gross…

Oumar Gayé kehrt zurück

Auf dem Papier fehlen dem Leader der Gruppe 2 einige Leistungsträger. Namentlich Ak­teure, welche in der Offensive für Akzente, und Tore, sorgen könnten. Daher konnten die Klubverantwortlichen um Sportchef Peter Faé nach Abpfiff einen Zuzug (ver-)melden, der die Tabakovic-Elf weiter verstärken wird. Oumar Gayé (27), welcher in der letzten Saison be­reits für Black Stars gespielt hatte, kehrt von Cham auf den Buschweilerhof zurück. Der dunkelhäutige Franzosen mit senegalesischen Wurzeln (welcher in der Region bei Liestal, Concordia und Allschwil gespielt hatte) gilt als Strafraum-Stürmer mit einem ausgezeich­neten Torriecher. Er dürfte in zwei Wochen, beim nächsten Meisterschaftsspiel der Basler in Zofingen, spielberechtigt sein. Aber im Vergleich zur letzten Saison 2017/18, als oft eini­ge Individualisten das Black-Spiel prägten, beeindruckt der Tradtionsklub nun mit einem Kollektiv, wo – so abgedroschen es auch klingt – die Mannschaft der Star ist.

Seit 17 Partien ungeschlagen Und noch etwas Interessantes für die Statistik: Klammert man die 1:2-Heimniederlage im Barrage-Hinspiel gegen die AC Bellinzona aus, so hat der FC Black Stars keines der letz­ten 17 Meisterschaftsspiele in der 1. Liga (übergreifend aus der letzten Saison in die neue Spielzeit) verloren. Diese Serie steht für eine Mannschaft, die unaufgeregt, aber effizient und fokussiert ihre Ziele verfolgt. Daher wird der FC Black Stars Basel in den kommenden Wochen und Monaten zur „l‘équipe à battre", welche momentan in der Gruppe 2 der Erstli­ga-Meisterschaft das Mass aller Dinge darstellt.    

FC Black Stars Basel – FC Biel 2:0 (1:0)

Sportplatz Buschweilerhof. – 280 Zuschauer. – SR: Hajdarevic. – Tore: 11. Uruejoma 1:0. 53. Shillova 2:0.

Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Silva, Dünki, Mbatchou; Muslija (81. Bischof), Alic, Uruejo­ma, Rrudhani (65. Covella); Babovic; Shillova.

Biel: Schittenhelm: Rawyler, Rexhaj, Hofer, Ferreira (81. Brechbühl); Fleury, Colamartino; Safa­ri, Labinot Sheholli, Nuzzolo (61. Mora); Natoli (76. Kurti).

Bemerkungen: Black Stars ohne Ahmeti, Gomes, Kalayçi, Sevinç und Spahr (alle verletzt). Biel ohne Jelassi, Krasniqi, Mourelle, Kastriot Sheholli (alle verletzt) sowie Zangger (krank). – Ver­warnungen: 30. Safari, 74. Uruejoma, 78. Colamar­tino und 91. Rexhaj (alle wegen Foulspiel).