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Fulminante Endminuten brachten noch ein Remis

07.05.2018

Der FC Black Stars und FC Langenthal trennen sich 3:3 (1:2).  

Kleiner Rückschlag für den Basler Erstligisten im Kampf um Platz 3. Gegen den Auf­steiger Langenthal konnten die „Schwarz-Sterne" in der Nachspielzeit eine Nieder­lage in extremis abwenden.  

Von Georges Küng  

Es gibt Partien, die mit einer Punkteteilung enden – und beide Parteien sprechen von ei­nem Punktegewinn und sind zufrieden. Und es gibt Vergleiche, in denen sich keines der beiden Teams über den einen Zähler freuen tut. Das war am Samstagnachmittag, bei früh­sommerlichen Temperaturen, auf der „Blägg-Matte" der Fall.  

Tabakovic war „not very amused"  

Langenthal trauerte dem „fast sicheren Sieg", wie Gasttrainer Willy Neuenschwander bis zur 85. Minute glaubte, nach. „Konzentrationsschwächen und Unachtsamkeiten in der Ab­wehr haben zu den beiden späten Gegentoren geführt; andererseits hatten wir nach dem 3:1 auch die Möglichkeit, mit Kontern die Partie definitiv zu entscheiden". Black-Stars-Trainer Samir Tabakovic wollte weniger den fulminanten Endspurt und die superbe Moral seiner Elf in den Vorder­grund stellen, als vielmehr „die unglaublichen Schwächen, ja Nach­lässigkeiten im Defen­sivverhalten" thematisieren. „Wo war die Innenverteidigung bei den ersten Gegentreffern? Wie haben wir uns angestellt, als der Einwechselspieler mit der er­sten Ballberührung gleich das 3:1 schiesst?", fragte der frühere Fussball-Profi. Und gab zu Protokoll, dass „sich diese Leistung schon vor einer Woche abzeichnete. Damals gewan­nen wir beim Letzten Kickers Luzern dank eines Elfmeters mit 1:0, doch über die Darbie­tung schweigen wir lieber", so der Bosnier.  

In der Tat schien das „Siegenmüssen" für die Basler zu einer Hypothek zu werden. Ande­rerseits war der Gast jene spielstarke Equipe, die sich im Verlauf der Rückrunde von ei­nem Abstiegsplatz entfernt hat und den Ligaerhalt mit einem Dreier auf sicher gehabt hät­te. So wird es noch den einen oder anderen Zähler brauchen. Mit seinen beiden Tore (das zweite war ein herrlicher Schlenzer ins weite Eck) lenkte Gregory Gemperle, der in Basel arbeitet und im Fokus des FC Concordia und SV Muttenz steht, die Partie in die gewünschten Bahnen der Oberaargauer. Der Anschlusstreffer durch Seyfettin Kalayci, nach einem Stellungsfehler von Captain Philip Schubert, brachte Black Stars resultatmäs­sig wieder ins Spiel zurück.  

Rodriguez blieb blass und torlos  

Kein Faktor bei den Gästen war Mickaël Rodriguez (38); der langjährige Torgarant des FC Black Stars hatte in der Winterpause zu Langenthal gewechselt, konnte aber keinen einzi­gen Abschluss für sich verbuchen. Doch sein Ersatz, der frühere Nationalliga-Fussballer Henrique Bem (33; einst bei Basel, Chiasso, Vaduz, Wil und Wohlen) sorgte mit der er­sten Ballberührung für die vermeintliche Siegessicherung. Und hatte wenig später den Ball zum 4:1 auf den Fuss. Doch zumindest einsatzmässig müssen sich die Gastgeber keinen Vor­wurf gefallen lassen. Angriff um Angriff rollte in den letzten 20 Minuten auf das Tor von Gastkeeper Sa­scha Studer, der mit starken Paraden lange das Anschlusstor verhindern konnte. Doch ge­gen den wunderbaren Kopfball von Branislav Micic, nach einer Freistoss­flanke, war er machtlos. Und in der Nachspielzeit glückte Ermin Alic, ebenfalls per (Hinter-)Kopf, der Aus­gleich. Hier hatte allerdings die Abstimmung zwischen Studer und dem Abwehrverbund nicht geklappt.  

Bereits in der Vorrunde hatten sich Langenthal und Black Stars mit einem 3:3 getrennt. Damals, am 15. Oktober 2017, hatte Black mit 2:0 geführt, war innert 12 Minuten mit 2:3 in Rückstand geraten, bevor kurz vor Abpfiff durch Micic der (verdiente) Ausgleich gelang. Und auch die Rückrunden-Partie hatte eine ähnliche Dramaturgie und bot den gutge­launten Zuschauern zumindest spannende und unterhaltsame Fussball-Kost. Auch wenn das finale Skore bei Baslern und Bernern das Gefühl auslöste, „eher zwei Punkte verloren denn einen Zähler gewonnen zu haben", wie Akteure der beiden Teams ihre Gefühlslage nach Abpfiff beschrieben.    

FC Black Stars Basel – FC Langenthal 3:3 (1:2)  

Sportplatz Buschweilerhof. - 175 Zuschauer. - SR: Odiet. - Tore: 18. Gemperle 0:1. 26. Gemperle 0:2. 40. Kalayci 1:2. 65. Bem 1:3. 86. Micic 2:3. 92. Alic 3:3.  

Black Stars: Oberle; Mandal (62. Alic), Silva, Micic, Mbatchou; Mumenthaler, Uruejoma, Binaku, Sprich; Ka­layci; Gaye.  

Langenthal: Studer; Scheidegger, Zimmermann, Schubert, Abbatiello; Kisa (76. Wolfinger), Heu­scher, Mezger, Selmani (91. Jasari); Rodriguez (64. Bem); Gemperle.  

Bemerkungen: Black Stars ohne Basic, Drakul und Spahr (alle verletzt). - Langenthal ohne Pfister, Preniqi, Schäfer (alle verletzt) sowie Isch und Mzee (beide ge­sperrt). - 52. Offsidetor von Sprich zurecht aberkannt. - Verwarnungen: 29. Mandal (Foul), 58. Zimmermann (Foul), 67. Heuscher (Fouls), 67. Alic (Reklamieren) und 85. Mezger (Foul).