, Jordi Küng

Eine ungenügende Darbietung

Der FC Black Stars verliert gegen den SC Cham mit 0:2 (0:0).

In der 23. Meisterschaftsrunde erlitten die «Schwarz-Sterne» eine bittere Niederlage. Nicht die Verlustpartie, sondern die Art und Weise, wie die Basler den Vergleich mit den Innerschweizern abspulten (vor allem die zweiten 45 Minuten), lassen Fragen aufkommen.

Niederlagen gehören im Fussball, überhaupt im Sport, zum Tagesgeschäft. Man kann ver­lieren, weil der Rivale schlicht besser war. Man kann «Pech» haben, weil die Bälle an den Pfosten gehen, Elfmeter verschossen werden oder der gegnerische Torhüter ein «Hexer» ist. Und dann gibt es Verlustpartien, weil eine Mannschaft nicht bereit, oder willens, ist, die minimalsten Tugenden auszuspielen. Einsatz, Kampf, Laufbereitschaft und Wille. So ge­schehen am letzten Samstagnachmittag vor einer erwartungsfrohen Kulisse, die bitter ent­täuscht wurde.

In den ersten 45 Minuten war der Gastgeber mindestens auf Augenhöhe mit dem Gast aus Zug. «Blägg» hatte mehr Abschlüsse, einige Schüsse gingen ganz knapp neben dem Ge­häuse vorbei. Dann wiederum fehlte in der «Box», im Strafraum, die Entschlossenheit, vielleicht auch die Klasse, um aus den Möglichkeiten etwas Zählbares zu machen.  

Auch Cham markierte Präsenz, war physisch zumindest ebenbürtig und suchte sein Heil mit schnellen Angriffen über die (rechte) Seite und Flanken vor das Black-Gehäuse. Das 0:0 zur Pause war die logische Folge einer Partie, in welcher beidseits die Bemühungen grösser als das Können war…  

Ein Eigentor und ein Geschenk 

100 Sekunden nach Wiederanpfiff kamen die Gäste «wie die Jungfrau zum Kind» zum Führungstor. Im Fussball passiert es, dass Eigentore produziert werden, wenn eine Flanke (oder Schuss) unglücklich von einem Verteidiger abgelenkt wird. So geschehen auf der «Blägg-Matte», als Ricardo Silva (30) dieses Malheur, ungewollt, passierte.  

Auf einen Rückstand sollte man, ja müsste man reagieren. Und genau dies taten die Black Stars nicht. Das Personal von Cheftrainer Branko Bakovic liess jegliche Reaktion vermis­sen. Kein Aufbäumen, keine Emotionen – man trottete teils auf dem Kunstrasen herum, die Laufwege waren konfus oder inexistent, ein Zusammenspiel kaum ersichtlich und die Körpersprache beängstigend.

Dass ein Black-Verteidiger (der Name tut nichts zur Sache) mit einer missglückten Kopf­ball-Rückgabe das zweite Chamer Tor ermöglichte, passte zum Gesamtauftritt der zweiten Halbzeit. Bis zum Abpfiff liefen die Innerschweizer nie mehr Gefahr, einen Gegentreffer zu kassieren. Eher hätte das 0:3 fallen können…

Der Wunsch, die 30-Punkte zu übertreffen, um sich gegen hinten abzusetzen, ist nicht ein­getroffen. Noch sind sieben Matches zu spielen – gegen auf dem Papier schwere Rivalen (Bellinzona, Chiasso, Young Boys U21). Es gilt weiterhin, Platz 13 zu vermeiden – nach Verlustpunkten (falls YF Juventus am Sonntag gewinnen sollte) ist diese Rangierung nur zwei Zähler entfernt.

Einen kulinarischen Lichtblick hatte die samstägliche Partie. Dank Sportchef Peter Faé ka­men alle Matchbesucher in den Genuss einer köstlichen Zuger Kirschtorte, die mehr als mundete. Und hätten die Black-Stars-Aktiven nur halbwegs so gut gespielt wie die Kirsch­torte war – der SC Cham wäre punktelos ins Zugerland heimgekehrt.  

FC Black Stars – SC Cham 0:2 (0:0)

Sportplatz Buschweilerhof. – 200 Zuschauer. – SR: Simona Ghisletta. – Tore: 47. Silva (Eigentor) 0:1. 66. Riedmann 0:2.

Black Stars: Oberle; Erçin (70. Hänggi), Silva, Sevinç, Mumenthaler; Levante (57. Covella), Spata­ro, Adamczyk, Jankowski (70. Ferreira); Türkes (57. Babovic), Rashiti (74. Fazlija).

Cham: von Arx; Bender, Niederhauser, Bühler, Pauli; Siegrist (67. Hoxha), Rüedi (59. Follonier), Loosli (81. Hermann), Miranda, Riedmann (81. Thöni); Wiskemann (67. Laisa).

Bemerkungen: Black Stars ohne Edwige, Fischer, Kaufmann, Mushkolaj, Muzangu, Zunic (alle ver­letzt), Ouedraogo (gesperrt) und Zatko (kein Aufgebot). - Cham ohne Pasquarelli, Wicht, Wiss und Wüest (alle verletzt). – Verwarnung: 51. Rashiti (Foul).