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1.Liga: "Wir werden unsere Punkte schon noch holen"

04.09.2017

Der FC Black Stars verliert gegen den Tabellenführer Solothurn mit 1:2 (1:2).

Eigentlich war "Blägg" nicht schlechter als der verlustpunktlose Leader aus der Am­bassoden-Stadt. Eigentlich hätten die Basler eine Punkteteilung verdient gehabt. Doch das Resultat spricht gegen die "Schwarz-Sterne", die keinen Saisonauftakt nach Wunsch zu verzeichnen haben.

Von Georges Küng

Natürlich war das Auftaktprogramm happig. Mit Partien gegen die Nachwuchs-Teams aus Luzern und Zürich (Grasshoppers). Mit der Auswärtspartie in Münsingen und dem verlore­nen Auftaktmatch auf dem Buschweilerhof gegen Baden. Die Quintessenz davon ist, dass der Basler Quartierverein drei Zähler aufweist und Rang 11 belegt. Eine Bilanz, die (noch) keine Panik auslöst, aber – nicht unerwartet – Handlungsbedarf geweckt hat. Drei neue Offensivspieler (siehe Kastenartikel) sollen für mehr Qualität, vor allem aber Tore und demzufolge Punkte sorgen.

Zu viele Defizite

"Das finale Skore geht in Ordnung. Ich diskutiere nicht über Eventualitäten.Die Resultate und die Tabelle lügen nie". Black-Trainer Samir Tabakovic ist kein Mann, der die Schuld für Verlustpartien beim eigenen Pech, dem Glück des Rivalen oder gar beim "Schiri" sucht. „Einige unserer Spieler erfüllen ihre Aufgabe nicht. Wir lassen gefährliche Standards, das Mittelfeld ist nicht in der Lage, eine Partie zu kontrollieren und im Angriff sind wir zu wenig effizient“, so der Bosnier.

Dem Führungstor der Gäste haftete der Makel an, dass der öffnende, wunderschön ge­spielte Ball von Sergio Henzi auf den links aussen freilaufenden Marc Du Buisson diesen in klarer Offsidestellung erreichte. Seine direkt geschlagene Flanke in die Mitte verwertete Loïc Chatten zum 7. Saisontreffer. Ebenso schön, und korrekt erzielt, war der Basler Aus­gleich. Über Captain Ricardo Silva gelangte der Ball zu Ileyes Meslem, der direkt den mit­laufenden Sidy Dieng bediente, der ebenso sicher wie Chatton den Ball ins Netz beförder­te. Fussball kann schön, vor allem aber einfach sein, wenn der Ball direkt und sicher zirku­liert.

Viel K(r)ampf, aber wenig Kultur

Der Siegestreffer des FCS war nicht zwingend. Eine Freistossflanke von Hannes Hunziker bekam die FCBS-Abwehr nicht unter Kontrolle – und nach einigen Abprallern im Billard-Spiel bewies Chatton, warum er als Knipser gilt. Der Mittelstürmer stand richtig und beför­derte den dritten Prellball endgültig in die Tormaschen.

Es war eine Partie, die mehr vom Kampf und der Verbissenheit denn von der Spielkultur lebte. Auch Solothurn war nicht brillant, aber doch grundsolide und machte jene paar Feh­ler weniger, die zuletzt den Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern ausma­chen. „Wir werden unsere Punkte schon noch holen“, meinte später Black-Stars-Sportchef Peter Faé. Und kündigte ein Trio an, mit dem alles gut (oder zumindest besser) wird…

FC Black Stars Basel – FC Solothurn 1:2 (1:2)

Sportplatz Buschweilerhof. - 175 Zuschauer. - SR: Ricci. - Tore: 52. Chatton 0:1. 65. Dieng 1:1. 72. Chatton 1:2.

Black Stars: Oberle; Fahdy (63. Schwarz), Mandal (27. Bajraktari), Micic, Mbatchou; Mumenthaler, Silva, Alic, Meslem; Dieng, Rodriguez.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Kohler, Hasanovic, Waylon Grosjean, Du Buisson; Koch; Henzi (58. Schrittwieser), Hunziker, Stauffer (90. Anderegg), Veronica (80. Bisevac); Chatton. 

Bemerkungen: Black Stars ohne Kalayci (gesperrt) sowie Ozan, Spahr und Uruejoma (alle verletzt). - Solothurn komplett. - Ver­war­nun­gen: 19. Mandal (Foul), 27. Koch (Reklamieren), 44. Silva (grobes Spiel), 81. Alic (Foul) und 82. Dieng (Reklamieren). – Eckbälle: 6:5 (2:4).

 

Ein illustres Trio

In einer Woche, beim Auswärtsspiel in Bassecourt, kann Black Stars auf Oumar Gaye (25) zählen, welcher in der Region Basel nicht unbekannt ist. Der Franzose war schon für den FC Liestal, FC Concordia und zuletzt FC Allschwil tätig. Auch beim FC Grenchen (1. Liga) hat er seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. Neu zu den „Schwarz-Sternen“ stösst mit Ridje Sprich (24) ein Hochkaräter, der einst sehr viel versprochen hat. Der Deutsch-Kameruner war beim FC Basel (bis zur U18) auf den Weg ins Profiteam, bevor er sich der U19 von der SpVgg Unterhaching anschloss. Nach einer kurzen Zwischenstation beim Erstligisten FC Schötz war er wiederum in Deutschland tätig. Zuerst beim SV Weil, dann beim Freiburger FC und SV Waldkirch, bevor er beim Zweitbundesligisten Karlsruher SC anheuerte, wo ihm der Sprung ins Profiteam aber nicht gelang, so dass er bei der 2. Mannschaft zum Einsatz, und Torerfolgen, kam.

Und mit Chahed Mehdi kommt eine dritte Offensivkraft, von der man sich Wunderdinge erzählt. Der Franzose mit tunesischen Wurzeln spielte bis im Frühling 2017 bei der SR Colmar in der französischen National 1 (dritthöchste Spielklasse). Nach dem Konkurs und dem Rückzug der Colmarer in die zweite regionale Liga (unter dem neuen Namen „Stadi­um Racing Colmar“) war Chaheb frei – und soll nun, mit Gaye und Sprich auf dem Buschweilerhof für Spektakel, Tore und Punkte sorgen.